Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Heilige Maria,
deine Erwählung erinnert mich,
dass Gott sich für mich entschieden hat
und mir seine Verheißung gilt.

Heilige Maria, 
deine Berufung sagt mir,
dass Gott auch mich berufen hat,
mir seine Gnade schenken zu lassen.

Heilige Maria,
dein Gehorsam ermutigt mich,
auf Gott einzugehen
und sein Wort geschehen zu lassen.

Heilige Maria,
dein Vertrauen weckt in mir
neues Zutrauen
zu den verborgenen Plänen Gottes.

Heilige Maria,
dein Magnifikat erzählt mir
von all dem Großartigen,
das Gott in denen wirkt,
die es ihm erlauben.

Heilige Maria,
dein Herz zeigt mir,
dass die Liebe zu Gott
auch die Menschen mit einschließt.

Heilige Maria,
dein Weg führt mich
zu tieferem Vertrauen auf Gott,
der uns niemals aufgibt. 

(Paul Weismantel)

Mit diesen Gedanken von dem Theologen Paul Weismantel grüße ich Sie alle zum Fest Mariä Himmelfahrt!

Wir feiern dieses große Marienfest wieder am 15. August. Die Aufnahme dieses Festes in den Kalender der Kirche verdanken wir Papst Pius XII, der dieses Fest für die katholische Kirche zum Dogma erhoben hat. Seine Zeitgenossen und auch das Denken der Kirche war schon seit dem 6. Jahrhundert von dem Gedanken geprägt, dass Maria leiblich in den Himmel aufgenommen wurde. Diese leibliche Aufnahme steht theologisch gesehen für die „Auszeichnung“ des Lebens und Glaubens der größten Frau in der Geschichte der Menschheit: Maria, der Mutter Jesu. Ihr Ja zu Gott und ihre Bereitschaft mit und durch ihren Sohn dem Leben zu dienen und sich dem Heilswerk Gottes zur Verfügung zu stellen bringt ihr bis heute eine große Verehrung in der Kirche und Welt. Diese Verehrung Mariens kommt in einigen Festen zum Ausdruck, findet aber ihren Höhepunkt im „Hauptfest“ der Gottesmutter Maria, im Fest „Mariä Himmelfahrt“. Maria hat den Himmel auf der Erde geboren und sie kehrt mit ihrer Aufnahme in diesen Himmel zurück.

In dieser Bewegung von Himmel und Erde, Erde und Himmel verehren wir Maria als unsere Mutter, als unsere Fürsprecherin und Weggefährtin. Viele Traditionen hat die Kirche in dieser Verehrung ausgeprägt. Allen gemeinsam ist aber, dass Maria ein besonderer von Gott erwählter Mensch ist!

Dies feiern wir in den Gottesdiensten an Mariä Himmelfahrt und auch beim 2. Patrozinium unserer Stadtpfarrkirche St. Martinus und St. Maria.

Das Bild, das Sie oben sehen stammt aus dem Deckengemälde im Chorraum unsere Stadtpfarrkirche.

Es zeigt, wie Maria in den Himmel schwebt, nachdem die Jünger das Grab Mariens geöffnet hatten und sie anstatt des Leichnams Mariens Blüten und Kräuter vorfinden mit wunderbarem „himmlischen Duft“. So sagt eine von vielen Legenden über die Aufnahme Mariens in den Himmel.

Kräuter sind ein uraltes Heilmittel und stärken unsere Gesundheit. Diese Kraft der Heilung hat Maria immer wieder durch ihren Sohn erfahren. So laden wir Sie ein, Ihren Kräuterstrauß in den Gottesdienst mitzubringen und weihen zu lassen.

Möge viel Kraft und Hoffnung uns geschenkt werden durch die Begegnung mit Maria an ihrer Aufnahme in den Himmel.

Pfarrer Stefan Ruf